Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag! Am 9. Juni 2009 feiert die wohl berühmteste Ente der Welt ihren 75 Geburtstag!
Donalds "Geburt" und Filmkarriere
Kaum zu glauben, aber wahr: Jetzt ist es schon 75 Jahre her, seit die cholerische Ente als Donald Fauntleroy Duck das Licht der Leinwand erblickt hat! In dem am 6. Juni 1934 uraufgeführten Cartoon aus der "Silly Symphonies"-Serie taucht erstmals eine arbeitsscheue, zu Wutausbrüchen neigende Ente in Erscheinung. Allerdings hatte Donald damals noch einen deutlich längeren Hals und einen längeren und spitzeren Schnabel.
Bei seinem ersten Auftritt drückt er sich unter Vorspiegelung von Bauchschmerzen von der Arbeit und vergnügt sich lieber mit seinem Schweinefreund statt Mutter Henne beim Mais anbauen zu helfen, Als der Mais dann aufgetischt wird, serviert die kluge Henne den beiden Simulanten statt dem duftenden Mais eine Flasche Lebertran gegen die "Bauchschmerzen".

Obwohl sich am äußeren Erscheinungsbild von Donald Duck inzwischen viel getan hat, hört man hier erstmals seine unverkennbare, wenn auch schwer verständliche Stimme, die von Clarance "Ducky" Nash synchronisiert wurde. In dieser Stimme liegt auch der Ursprung der Figur Donald, denn nachdem Walt Disney in einer Radioübertragung Clarence Nash beim Vortrag von "Marry had a little Lamb" gehört hatte, beschloss er diese einmalige Stimme in sein Studio zu holen.
Nach dem Wechsel von den Silly Symphonies zu den Mickey Mouse Cartoons blieb es zunächst bei einigen Nebenrollen. Die bekannteste düfte wohl der Auftritt in dem Mickey Mouse Cartoon "Orphan's Benefit" am 11. August 1934 gewesen sein, als Donald versucht auf der Büne sein "Marry had a little Lamb" zum besten zu geben, was von einem Saal voller Miniaturausgaben von Micky Maus allerdings schwer sabotiert wird und Donald in Rage bringt.
Am 9. Januar 1937 bekommt Donald Duck dann in "Don Donald" zusammen mit seiner ewigen Verlobten Daisy Duck erstmals einen eigenen Film. Damit hat Daisy übrigens am gleichen Tag (wenn auch ein paar Jahre früher) Geburtstag wie Sylvia Tausend, der Gründerin von 2000-reisen... .
1938 war es dann vorbei mit dem beschaulichen Junggesellenleben, denn die drei Neffen Huey, Dewey und Louie (bei uns als "Tick, Trick & Track" bekannt) brachten Haus & Hof durcheinander und Donald regelmäßig auf die Palme. Dabei zeigt sich allerdings immer wieder, dass Donald im Grunde ein herzensguter Kerl ist, der sein Temprament allerdings oft einfach nicht zügeln und nachgeben kann, bevor sich ein kleiner Anlass zu einer riesigen Katastrophe aufschaukelt. Unvergessen sind dabei - abgesehen von seinen Schlachten mit den 3 Neffen - seine Auseinandersetzungen mit Chip & Chap (bei uns als A- und B-Hörnchen bekannt) und den Tücken der Technik (z.B. in "Modern Inventions" - ich sag' nur "Ihr Hut, Sir!") sowie seine romantischen Abenteuer mit Daisy - zum Beispiel in "The dream voice" als Donald ein Blumentopf auf den Kopf fällt und dieser dadurch plötzlich eine bühnentaugliche, samtweiche Stimme bekommt - was Daisy überhaupt nicht gut findet... . Eine Liste der Filme mit Donald inklusive des englischen Originaltitels, des deutschen Verleihtitels und einer kurzen Zusammenfassung gibt es auf duckfilm.de.
In den Kurzfilmen hatte Donald Duck der bisher berühmtesten Disney-Figur, Micky Maus schnell den Rang abgelaufen, so dass es mehr Filme mit der cholerischen Ente gibt, als mit der von Jahr zu Jahr bräver werdenden Maus. Da Micky Maus immer mehr zum "Gesicht" und Repräsentanten der Walt Disney Company wurde und auch als Alter Ego von Walt Disney selbst gilt (schließlich lieh er seinem Lieblingsstar jahrelang die Stimme), musste Micky sich in seinen Filmen stets benehmen und den "All american Boy" abgeben, was natürlich die Möglichkeiten der Gagschreiber arg einschränkte. Donald Duck dagegen konnte die ganze Palette an Emotionen hinauf- und hinunterwatscheln und bot in seiner häufigen Rolle als Kämpfer gegen den Unbill des Alltags eine ideale Identifikationsfigur.
Donald während des 2. Weltkriegs
Zu den in Deutschland weniger bekannten Filmen mit Donald Duck, gehören die während des 2. Weltkriegs entstandenen Propagandafilme mit der berühmten Ente. So wirbt Donald in "The new Spirit" dafür die Steuern pünktlich zu bezahlen als er sieht, was aus seinem Steuergeld für "tolle" Sachen angeschafft werden: Kriegsschiffe, Panzer Gewehre usw. Ursprünglich war die Regierung vom Vorhaben Walt Disneys den in Auftrag gegebenen Film mit Donald Duck zu produzieren und hatte vielmehr mit einer neuen Figur im Stile eines "Mister Durchschnitt-Steuerzahlers" gehofft, was Walt Disney den überlieferten Berichten zufolge sehr in Rage brachte. Er soll daraufhin (sinngemäß) geantwortet haben "Ich gebe Euch eine der bekanntesten Figuren der Welt - das ist als würde Clark Gable einen Werbefilm für's Finanzministerium drehen!". Er konnte das Gremium umstimmen und am nächsten Steuerstichtag konnten die Finanzbehörden einen neuen Einnahmerekord vermelden.
So als patriotische Figur erprobt, folgten verschiedene Auftritte von Donald in Uniform, von dem der 1942 erschienene Film "Der Fuehrers Face", bei dem Donald träumt er müsse in einer Munitionsfabrik in Nazideutschland arbeiten, sogar mit einem Oscar ausgezeichnet wurde.
Bis in die 50er Jahre war Donald Duck mit seinen Cartoons regelmäßiger Gast in den Kinos, bis die Produktion der handgezeichneten Meisterwerke schließlich immer unrentabler wurde. Seinen letzten großen Kinoauftritt hatte Donald Duck im Jahr 2000 in der Neuauflage des Disneyklassikers "Fantasia" - eben "Fantasia 2000", wo Donald zu Klängen von "Pomp and Circumstance" als Gehilfe von Noah die Arche belädt und im Durcheinander der Sintflut von seiner geliebten Daisy getrennt wird.
Donald Duck in den Comics
1936 trat Donald erstmals in einem eigenen Comicstrip, welcher in vielen Tageszeitungen abgedruckt wurde, in Erscheinung. Die meist von Al Taliaferro gezeichneten Geschichtchen bestanden meist nur aus 3-4 Bildern. Ab 1942 zeichnete vor allem Carl Barks längere Geschichten für die Veröffentlichung in Donald Duck Comicheften und erweiterte das Disney-Universum in Duckburg (Entenhausen) um so wichtige Figuren wie Uncle Scrooge (Dagobert Duck), Gladstone Gander (Gustav Gans), Gyro Gearloose (Daniel Düsentrieb), Magica de Spell (Gundel Gaukeley) und die Beagle Boys Inc. (Panzerknacker AG).
In Deutschland und anderen Europäischen Ländern (vor allem Italien) sind die Comics in Form der seit 1951 normalerweise wöchentlich erscheinenden Micky Maus (Ehapa Verlag) und den monatlichen Lustigen Taschenbüchern (von denen inzwischen über 400 Bände erhältlich sind) wesentlich beliebter als im Mutterland USA, wo ich eine Entsprechung für die (auch von mir abonnierten) LTBs nirgends entdecken konnte... .
Donald Duck in den Disney-Themenparks

Obwohl man Donald Duck im Disneyland Resort Paris und den amerikanischen Disneyparks nicht ganz so häufig begegnet wie Micky Maus, ist Donald doch regelmäßig anzutreffen. Allerdings ist der Enterich - wie es eben seine Natur ist - auch mal gereizt und treibt Schabernack, der dem noblen Gastgeber Micky nie in den Sinn kommen würde...
Während im Disneyland Resort Paris Donald Duck nur als Figur auf den Strassen der beiden Themenparks anzutreffen ist (rechts im Outfit eines Regisseurs), kann man in Walt Disney World, Florida USA in Mickys Toontown Fair des Magic Kingdom sogar Donalds Haus "Miss Daisy" (links) in Form eines Schiffs besuchen.
Weiterhin alles Gute, Donald! Auf die nächsten 75 Jahre!
Wie es aussieht ist Donald ja immer noch fit und fidel und wird sicher auch zum 150st Geburtstag noch viele begeisterte Fans haben... .
So bleibt mir nur ein DANKESCHÖN für die vielen lustigen Stunden, die diese verrückte, liebenswerte Ente mir (und Euch) beschert hat:
DANKE, Donald - weiter so!
alle Bilder (C) Disney







